Kriegsgeschehen

Durch das Weitabliegen von größeren Zentren und Durchzugsstraßen gab es in Riefensberg keine bekannten Grafengeschlechter, Söldnerführer und Handelsherren, sondern meist nur einfache Bauern, die still ihrer Arbeit nachgingen. Die mündliche Überlieferung weiß äußerst wenig zu berichten. Eine Ausnahme hiervon gilt bezüglich des Schwedeneinfalls zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1646/47, in welchem schwedische Trupps nach der Einnahme von Bregenz unter anderem auch bis nach Lingenau hereinkamen, wo ihnen die Frauen des Mittelwaldes das Gefecht an der Roten Egg geliefert haben. Ob die Schweden damals auch von Lingenau aus nach Riefensberg gekommen sind, erscheint zweifelhaft, jedenfalls dürften die damaligen Wegverhältnisse wenig dazu eingeladen haben. Auch dürfte keine reiche Beute gelockt haben. Viel eher scheint eine Annäherung des Feindes von der anderen Seite, von Oberstaufen her, geschehen zu sein.

Während der Franzosenkriege ist es einmal auch auf Riefensberger Boden zum Gefecht gekommen. Am Morgen des 13. Juli 1800 rückten etwa 800 Franzosen, darunter eine Anzahl Reiter, von Oberstaufen heran. Diese besetzten Riefensberg und danach Hittisau, konnten jedoch am 14. Juli bereits wieder aus dem Dorf geworfen werden.

Erster Weltkrieg

Grundlegend geändert wurde der bisherige Zustand durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Beim ersten großen Weltkrieg von 1914 - 1918 mussten 40 Mann einrücken. Laufend erfolgten die Musterungen, die immer wieder neue Leute für den Kriegsdienst forderten.

1918, nach dem Ende des Krieges, wurde der alte Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zerrissen. Dieser Weltkrieg kostete Riefensberg viele Blutopfer. Das Kriegerdenkmal weist 46 Namen von im Kriege gestorbenen und vermissten Gemeindeangehörigen aus. Die Nachkriegsjahre brachten eine rasch fortschreitende Inflation (Geldentwertung), die Anfang 1923 ihren Höhepunkt erreichte.

Zweiter Weltkrieg

Bereits am 1. September 1939 brach der Zweite Weltkrieg herein, welcher erst im Mai 1945 endlich sein Ende finden sollte. Insgesamt mussten 115 Personen aus Riefensberg einrücken. Die ersten Jahre brachten für Hitler eine Anzahl großer Erfolge, ein Land um das Andere wurde überwältigt, ein Sieg folgte dem anderen. Das Kriegsglück jedoch begann sich zu wenden und Mitte April 1945 wurde der Kanonendonner auch in Riefensberg hörbar. Am 30. April waren die Franzosen in Oberstaufen und wendeten sich dem Weißachtal zu. Die Lage für das Dorf sah bedrohlich aus und Brücken wurden gesprengt.

Am 1. Mai war Riefensberg sozusagen Niemandsland, vom übrigen Vorarlberg abgeschnitten. Erst nach achtjähriger Anwesenheit zogen sich die hier stationierten Truppen zurück. Die Lebensmittellage war infolge der stockenden Zufuhren kritisch. Auch der zweite Weltkrieg schlug den Familien wieder blutende Wunden und hinterließ klaffende Lücken.

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